(31.08 2016, 06:12)Hanna Bach schrieb: [ -> ] (31.08 2016, 05:56)jaichdenke schrieb: [ -> ]Dann leg mal los, Hanna. Nicht nur Thesen, auch Argumente. Wieso wird mein Kind verdummen, wenn es gemeinsam mit Freunden Pokémon Go spielen geht?
Du schreibst einen großen Text, aber lieferst kein einziges Argument.
Wieso verdummt mein Kind, wenn es sich mit Freunden trifft und Pokémon fängt?
Ich sag dir was: dieses Angebot bewegt mein Kind dazu, wieder öfter vor die Tür zu gehen, statt - wie es heutzutage bei allen cool Kids der Fall ist - sich nur maximal in whatsapp zu unterhalten.
Die Sprache verlernt, hats auch noch nicht. Rechnen kanns auch noch und lesen funktioniert auch noch tadellos. Woran werde ich die Verdummung erkennen?
Mein Lieber wie heißt Du eigentlich wirklich?
Dein Kind geht also vor die Tür, um mit imaginären nicht existierenden Dingen Freundschaft zu schließen, die reale Außenwelt auszublenden, dabei Brücken und Friedhöfe zu überwandern, ohne davon Notiz zu nehmen? Es kann mit Einsatz von ca. 10.000 € alle die Männeken mal in seiner ebenfalls nicht realen kleinen Kiste eingefangen haben, um am Ende tottraurig zu sein, wie der, der sie alle gefangen hat?
Nebenbei ist ihm dann die wahre sportliche Betätigung entgangen, hat sich in verschiedenen Situationen in Gefahr begeben, was Du gar nicht erfährst, ist auf fremde Grundstücke gegangen am Rande der Legalität. Alles für digitale Hirnfiguren, nur weil es viele andere machen?
Für mich sind das sehr wohl viele und zureichende Argumente. Mehr brauch ich nicht.
Aber es braucht nicht verboten werden, wer Pokemosn jagt, denkt nicht über Flüchtlinge und andere Sachen nach.
Sport frei, lieber wie heißt Du eigentlich Hoher Denker!
Du hast recht, ich würde niemals mitkriegen, ob mein Kind auf fremden Grundstücken unterwegs ist, um Pokémon zu fangen. Genauso werde ich es aber auch niemals mitbekommen, ob mein Kind sich mit Freunden an irgendwelchen Gleisen trifft, um sie - bevor der Zug einfährt - mit Steinen zu belegen. Ich weiß auch nicht, ob es andere Dummheiten in Kopf hat: ob es heimlich klaut, sich an Orten begibt, die ich nicht gutheiße oder der Krankenwagen irgendwann mit meinem Kind vor der Tür steht, weil es mal wieder auf Bäume geklettert ist und runtergefallen ist.
Das sind Dinge, die ich nicht mitkriege. Ich kann nur hoffen und darauf vertrauen, dass meine Erziehung so gut war, dass es sich und andere nicht irgendwelchen Gefahren aussetzt.
Wir haben bei uns in der Gegend einen kleinen Schlosspark, dort haben sich an einer sogenannten Duboit-Arena regelmäßig Jugendliche und junge Erwachsene getroffen, um sich die Birne vollzukiffen und vollzusaufen. Diese Menschen, die täglich ihr eigenes Unvermögen auf den Staat schieben, sind heute OHNE Bierflasche im Park unterwegs und scherzen dabei, wie sie sich gegenseitig die Viecher wegschnappen oder einfach nur fangen. Natürlich macht es deren Situationen nicht besser, aber sie machen das Leben für die Besucher des Parks deutlich angenehmer.
Das ist sicherlich ein Extrem, so wie du es auch aufgestellt hast. Es zeigt aber doch, dass in beide Richtungen Auswirkungen möglich sind.
Mein Kind soll Pokémon nicht als Sport, sondern als Spaß ansehen. Es schließt auch keine imaginären Freundschaften mit den Monstern, sondern kann, wie die meisten anderen Kids in dem Alter, zwischen echtem Leben und unwirklicher Welt unterscheiden. Und wer seinem Kind in noch jüngeren Jahren ein Smartphone in die Hand drückt, der macht glaube ich an anderer Stelle ein paar Dinge falsch.
Erstmal, um das klarzustellen: "jaichdenke" soll nicht bedeuten, dass ich der große Denker bin. Das ist eine Anlehnung an van Gaal, der jeden zweiten Satz mit "ja, ich denke" angefangen hat.
Zweitens: du weißt genau, wie ich heiße, da bin ich ziemlich sicher. Du hast mich das mal gefragt, als wir eine Weile lang auf chessmail Schach spielten ;-)
Wie dem auch sei, ich bin der Marcel :-)